Die Medizinwanderung - Antworten finden im Spiegel der Natur | naturcoaching münster
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Die Medizinwanderung – Antworten finden im Spiegel der Natur

Kennst du das? Tage und Wochenlang, manchmal mehrere Jahre geht dir eine wichtige Frage in deinem Kopf herum. Du hast vielleicht schon viel gegrübelt, dich mit anderen Menschen ausgetauscht aber bist noch zu keiner wirklich überzeugenden Erkenntnis gekommen.

Fragen wie:

  • was ist meine (Lebens-)Aufgabe?
  • wofür soll ich mich entscheiden?
  • welchen Beruf soll ich erlernen?
  • wie kann ich mehr Freude in mein Leben einladen?

 

sind oft alles andere als leicht zu beantworten. Und je nachdem wen du fragst, wirst du unterschiedliche Antworten darauf bekommen.

In diesem Beitrag wollen dir mit der Medizinwanderung eine Methode zeigen – du kannst sie auch „Ritual“ nennen – mit dem du Antworten auf deine Fragen aus deinem Unterbewusstsein ans „Tageslicht befördern“ kannst. Alles was du brauchst sind ein paar Stunden oder einen Tag Zeit, ein Notizbuch und einen Ort in der Natur, an dem du dich für diese Zeit ungestört bewegen kannst.

 

In diesem Beitrag zeigen wir dir:

 

  • Was eine Medizinwanderung ist
  • Wie du ihren Ablauf gestalten kannst
  • Wie du sie für die Klärung wichtiger Lebensfragen einsetzen kannst

 

Die Medizinwanderung – ein uraltes Ritual

 

Die Medizinwanderung wird häufig mit der Tradition der Naturvölker Nordamerikas in Verbindung gebracht, tatsächlich ist das „Gehen mit einer Frage“ aber in vielen Kulturen bekannt – wie z.B. die traditionelle Pilgerreise.

Im ursprünglichen Ablauf dauert eine Medizinwanderung von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang. Dieser natürliche Zeitspanne bildet dem Rahmen für dieses Ritual.

Während der Wanderung fastest du die ganze Zeit, nur Wasser zu trinken ist erlaubt (und auch sehr wichtig!).

Dabei gehst du mit einer konkreten Frage, die du vorher klar formuliert hast, raus in die Natur und machst dich offen für die Antworten, die zu dir kommen wollen.

 

Der Begriff „Medizin“

 

Eine „Medizinwanderung“ hat nichts mit Hustensaft oder Salbe zu tun. Das Wort „Medizin“ beschreibt im Sinne der nordamerikanischen Völker etwas, das dir gut tut, dich kräftigt und heilt oder dir eine Botschaft übermittelt.

„Gute Medizin“ kann ein dramatischer Sonnenuntergang sein, ein grollender Donner oder ein kleiner Vogel, der sich neben dir niederlässt. Das sind natürlich nur Bespiele, denn alle möglichen Begegnungen und Erlebnisse – manchmal auch die vermeintlich unscheinbaren – können gute Medizin für dich sein.

Und wie es nun mal so ist kann gute Medizin kann auch mal bitter schmecken, vor allem dann, wenn wir auf etwas gestoßen werden oder uns etwas klar wird, von dem wir uns schon lange – bewusst oder unterbewusst – abgewendet oder versteckt haben.

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Die Natur als Spiegel

 

Dein wichtigster Begleiter auf deiner Medizinwanderung ist die Natur. Wenn du aufmerksam und achtsam gehst, dann erwarten dich überraschende Erkenntnisse und Begegnungen. Denn alles, was du während deiner Medizinwanderung erlebst, alles was dir auffällt, hat eine Bedeutung in Bezug auf deine Frage.

Dabei „spricht“ die Natur nicht in phonetisch klarer Sprache zu dir und du musst auf nicht fürchten, dass ein Baum sich räuspert, dir auf die Schulter tippt und sagt: „Du, entschuldige, aber wie wäre es denn mit…?!“

Vielmehr zeigt die Natur ihre Antwort in Symbolen – vielleicht begegnet dir während deiner Wanderung ein umgestürzter Baum, der deinen Weg blockiert? Oder du kommst überraschend auf einer Lichtung oder einem Bach zu stehen? All diese Dinge können eine Antwort auf deine Frage beinhalten.

Vertraue darauf, dass dein Unterbewusstsein erkennt, was wichtig ist und was nicht. Im Übrigen wiederholt die Natur sich in ihrer Symbolsprache – wenn du also zum dritten Mal über einen Ast stolperst, dann sollte dir das zu denken geben.

 

Alles Hokuspokus! Oder?

 

„Das ist doch was für Hippies oder Esoteriker!“ magst du jetzt denken. Und deine Bedenken sind bestimmt berechtigt. Schließlich sind wir in einer Kultur groß geworden in der „sprechende Bäume“ allerhöchstens in Filmen wie „Der Herr der Ringe“ vorkommen. Aber keine Sorge, du musst nicht Anfangen an Feen oder Kobolde zu glauben, damit eine Medizinwanderung für dich funktioniert.

Wir erklären uns die Wirkung so: wir gehen davon aus, dass dein Unterbewusstsein bereits die Antworten auf deine Fragen kennt, die Lösung für deine Probleme bereits in dir steckt. Dieses Konzept haben nicht wir uns ausgedacht, sondern ist ein anerkannter und verbreiteter Ansatz, auf den viele etablierte Coaching-Methoden aufbauen (wie z.B. das Neurolinguistische Programmieren – kurz: NLP – welches Teil unserer Naturcoaching-Methoden ist).

Durch die Begegnungen und Erfahrungen, die du während des Medizingang machst, wird dein Unterbewusstsein angesprochen, „erwacht zum Leben“ und versteht die Bedeutung hinter den Symbolen die zu dir kommen. Und plötzlich bekommt der Ast der deine Schulter gestreift hat eine Bewandtnis, die auch dein Bewusstsein zu versteht.

 

Ablauf einer Medizinwanderung

 

Die richtige Vorbereitung ist sehr wichtig. Für deine Medizinwanderung brauchst du:

  • am wichtigsten: eine klar formulierte Frage als Thema deiner Wanderung
  • genügend zu trinken für den Tag (oder die Zeitspanne, in der du unterwegs bis)
  • ein Gebiet in der Natur, in dem du möglichst ungestört sein kannst
  • zur Sicherheit eine Karte & Kompass
  • dem Wetter angepasste Kleidung, ein Regenschauer kommt manchmal überraschend
  • ein Notizbuch, um deine Erlebnisse zu notieren
  • dein Mobiltelefon (ausgeschaltet!) falls du doch mal vom Weg abkommst

 

Begebe dich in das von dir gewählte Gebiet in der Natur. Wir empfehlen, dass du dich dort gut auskennst damit du nicht verloren gehst. Wenn du dich unsicher fühlst, nimm zur Sicherheit eine Karte und einen Kompass mit und Informiere jemanden über dein Vorhaben und in welcher Gegend du unterwegs sein wirst. Wichtig ist, dass du mit einem guten Gefühl in dein Ritual gehst. Bist du die ganze Zeit unter Stress wird es dir kaum gelingen, dich für die Symbolsprache der Natur zu öffnen.

Rituale sind immer mit einem Anfang und einem Ende markiert. Wenn du also an dem Punkt angekommen bist, vom dem aus du deine Medizinwanderung beginnen willst, dann finde eine Möglichkeit, deinen Prozess „offiziell“ zu starten. Das kann ein kleines Gebet sein, du kannst Räuchern oder Meditieren – die Form ist nicht so wichtig, wichtiger ist, dass es zu dir passt und sich stimmig für dich Anfühlt.

Bevor du dann losläufst, formuliere nochmal klar die Frage, mit der du gehen willst. Du kannst sie laut aussprechen oder nur für dich in Gedanken. Auch hier gilt: es muss zu dir passen. Wir empfehlen dir eine offene statt einer geschlossenen Frage zu stellen (d.h. eher „Wohin soll ich mich beruflich Orientieren?“ als „Soll ich den Job beim Finanzamt annehmen?“).

 

Dann gehst du los

 

Wichtig beim Medizinwandern ist, dass du langsam gehst und aufmerksam bist. Einfach durch den Wald zu hetzen und auf eine Eingebung zu warten wird kaum von Erfolg geprägt sein. Denn nur wenn du präsent für die Dinge bist, die zu dir kommen, wird dein Medizingang eine Wirkung haben.

Beim Gehen lass möglichst deine Erwartungen los, erzwinge nichts. Wichtig ist zu vertrauen, dass alles gut werden wird. Es gibt kein Richtig und kein Falsch. Lass dich einfach treiben und plane nicht, wo du hingehst. Wenn es dich von den ausgetretenen Pfaden ins Unterholz zieht, dann folge deiner Eingebung (wichtig: Naturschutz-Gesetze beachten!).

Sei offen und nimm wahr, jedes Blatt, jeder Ast kann von Bedeutung sein. Aber auch hier brauchst du keine Angst haben etwas zu verpassen. Wenn es wichtig für die Antwort auf deine Frage ist, dann wird es dir auch auffallen – versprochen.

Mach dir während deiner Wanderung Notizen, schreib auf was dir auffällt, was dich bewegt, welche Gedanken dir kommen. Du musst nicht sofort verstehen, dieser Prozess kann mitunter sogar eine Weile dauern. Wichtig ist, dass du dich an deine Erlebnisse erinnern kannst. Du kannst dich auch jederzeit hinsetzen und Pause machen, bleibe aber weiterhin aufmerksam. Es heißt zwar Medizinwanderung, das Bedeutet aber nicht, dass du auch mal ein wenig dabei ruhen kannst.

Am Ende deiner Wanderung – das bedeutet entweder wenn die Sonne untergeht oder nach Ablauf deines von dir festgelegten Zeitrahmens – ist es gut, deinen Medizingang symbolisch zu Beenden. Auch hier kannst du wieder eine für dich stimmige Form finden: eine Danksagung an die Natur, ein bewusster, tiefer Atemzug, eine Verbeugung, etc.

Noch ein wichtiger Hinweis: zwar ist es traditionell so, dass du beim Medizinwandern fastest, aber deine Gesundheit steht natürlich an erster Stelle! Sei also achtsam mit dir und gehe nur so weit wie es gut für dich ist. Vielleicht packst du dir sicherheitshalber einen kleinen Snack ein.

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Die Heimkehr – Integration

 

Vielleicht fällt dir die Antwort auf deine Frage während der Wanderung glasklar in den Schoß. Wahrscheinlicher ist es jedoch, dass die Eindrücke die du gewonnen hast eine gewisse Zeit brauchen um sich zu setzen und zu festigen. Versuche nicht gleich, alles Erfahrene zu Über-Interpretieren. Lass es ein wenig zur Ruhe kommen und köcheln, irgendwann wird dir die Antwort wie Schuppen von den Augen fallen. Es kann hilfreich sein, wenn du deine Notizen, die du über das Erlebte gemacht machst, immer mal wieder aufschlägst und mir weiteren Gedankengängen ergänzt.

Wie lange es dauert bis du zur „Erkenntnis“ kommst? Keine Ahnung! Das ist ganz unterschiedlich von Mensch zu Mensch und Frage zu Frage. Vertraue aber darauf, dass du während deiner Wanderung alles richtig gemacht hast. Hetz’ dich nicht und versuche den Erwartungsdruck von dir zu nehmen – je entspannter du bist desto wahrscheinlicher werden die Antworten zu dir kommen.

 

Fang klein an

 

Die Vorstellung, einen ganzen Tag lang fastend durch die Gegend zu wandeln, kann erstmal erschreckend und einschüchternd wirken. Keine Sorge, du musst nicht gleich aufs Ganze gehen. Wichtig ist zunächst, dass der Gedanke an eine Medizinwanderung sich gut für dich anfühlt. Vielleicht probierst du es erst mal mit einer Stunde? Du wirst überrascht sein, wieviel dir in einer so kurzen Zeit begegnen kann. Wichtig ist, dass du dir ein konkretes Zeitlimit setzt, damit du weißt, wann die Medizinwanderung „wirklich vorbei“ ist.

Probier’s einfach aus, es gibt kein richtig und falsch.

 

Wie findest du Antworten auf wichtige Lebensfragen? Lass es uns wissen und schreibe uns einen Kommentar.

 


 

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