Ich werde mit Feuer spielen | naturcoaching münster
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Ich werde mit Feuer spielen

Wir waren aufgeregt, unserer Hände zitterten. Jederzeit hätten sie uns erwischen können.
Mein bester Freund Markus und ich, damals beide etwa 4 Jahre alt, hatten uns in die kleine Holzhütte am Ende des Freigeländes unseres Kindergartens geschlichen.

Vorsichtig hatten wir Papier, Grasbüschel und Stöckchen zu einem kleinen Haufen aufgeschichtet. Markus hatte Streichhölzer von Zuhause mitgebracht, er hatte sie am Morgen heimlich aus der Küchenschublade mitgehen lassen.

Mit einem Ratschen strich das rote Köpfen des Streichholzes über die Schachtel, es wurde hell in der dunklen Hütte.

„WAS MACHT IHR DA?!?!“, schrie unsere Erzieherin als sie uns plötzlich erwischte. Beschämt mussten wir zusehen, wie sie das Feuer austrat. „MAN DARF NICHT MIT FEUER SPIELEN!“ Zur Strafe wurden wir nach Drinnen geschickt und durften uns eine saftige Standpauke anhören, wir, die „Jungs, die den Kindergarten abfackeln wollten.“

Aber es ging uns nicht darum etwas „abzufackeln“. Es verlangte uns nach einer Urerfahrung. Es verlangte uns nach einer Beziehung zum Feuer.

 

Der Mensch und das Feuer

Feuer ist in unserem modernen Leben immer und jederzeit präsent: es treibt die Motoren unserer Kraftfahrzeuge an. Es wärmt das Wasser in der Dusche. Es kocht und bäckt unser Essen auf dem Herd oder im Ofen. Es sorgt dafür, dass die elektrische Beleuchtung in unserem Zuhause uns Licht spendet. Und obwohl fast nichts in unserem Alltag ohne die Nutzung des Feuers funktionieren würde haben die wenigsten von uns einen regelmäßigen Kontakt zu echtem, offenen Feuer, zum Geruch des Rauches und zum Knistern der brennenden Scheite.

Die Spezies homo sapiens, also der „moderne Mensch“, zu dessen Gattung auch du und ich gehören, ist nach heutiger Forschung um die 200.000 bis 300.000 Jahre alt. Die ältesten archäologischen Beweise für die kontrollierte Nutzung des Feuers sind jedoch bereits fast 900.000 Jahre alt und anhand von Veränderungen im Knochenbau kann man vermuten, dass bereits unsere Vorfahren vor mehr als 1.5 Millionen damit begonnen haben, ihre Nahrung über Feuer zu kochen.

Das bedeutet, dass wir homo sapiens aufgrund der Beherrschung des Feuers zu denen geworden sind, die wir heute sind – unsere Beziehung zum Feuer steckt uns tief in den Knochen, tief in den Genen. Sie macht uns zum Menschen.

Sei dir Bewusst: über den gesamten Zeitraum unserer Existenz saßen wir jede Nacht um eine Feuerstelle herum, haben Geschichten geteilt, geweint und gelacht. Erst vor ein paar Jahrzehnten haben wir damit begonnen, diese Licht- und Wärmequelle gegen unsere TV-Geräte, Computer und nicht zuletzt Smartphones auszutauschen. Wir starren in unserer Bildschirme auf die selbe, instinktive Art und Weise wie wir in die Flammen starren. Wie eine Ersatzdroge ohne Wirkung. Und unser uns innewohnendes Verlangen nach einer Beziehung zum Feuer verkümmert.

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Eine alte Leidenschaft entfachen

Wenn du das Gefühl hast, dass du deine Beziehung zum Feuer vernachlässigt hast, möchte ich dich dazu ermutigen diese alte Liebe zu neuem Leben zu erwecken.

Es braucht nicht all zu regelmäßig sein, ein paar mal im Jahr genügt schon: entzünde ein Feuer. Einen Bonuspunkt gibt es, wenn du es auf die primitive Art und Weise machst, aber auch das ist nicht notwendig: es geht letztendlich um das Feuer selbst. Um die Farbe, das Spiel der Flammen, die Wärme die es abstrahlt, um den Geruch und die Geräusche. Es geht um deine Verbindung und Beziehung zu diesem archaischen Urelement, zu diesem einen Etwas, das dich zum Menschen macht.

Ich bitte dich: fang wieder an mit Feuer zu spielen!

 

Wie pflegst du deine Beziehung zum Feuer? Lass es uns gerne in einem Kommentar wissen!

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